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multiple spaces installation
Geschrieben von multiplespaces - 28/11/2008
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Multiple Spaces
Geschrieben von multiplespaces - 19/11/2008
Mit ihrer Intervention eine Landschaft aus Brot in einem Kirchenraum zu gestalten löst
Qubik, eine Gruppe von 8 Künstlerinnen und Künstlern, wohl bei den meisten Besuchern
nahe liegende Assoziationen aus. Ist doch die Verbindung von Brot als Symbol und dem
christlichen Glauben den meisten von uns geläufig. Jesus selbst verwies doch auf seine An-
wesenheit bei jedem gemeinsamen Abendmahl. Und das gebrochene und verspeiste Brot
ist ja im katholischen Ritus der Ort des Anwesens des Gottessohnes. Aber abgesehen von
diesem Bezug verweist diese Arbeit auf ein anderes Phänomen. Das verwendete Brot ist
„Abfall“, der in den Supermärkten übrig gebliebene Tagesrest. Dieser wird nach Kassen-
schluss in Containern gesammelt und dann per Transporter zur Wiederverwertung als Bi-
odünger geführt. Diesen Kreislauf unterbrechen die Künstler und machen dadurch diesen
Prozess für uns sichtbar. Dieses Spiel von Heiligem und Profanem deutet auf die metaphy-
sische Herkunft von Ökonomie. Giorgio Agamben ortet den Ursprung der abendländischen
Ökonomie in der göttlichen Haushaltung die von den Kirchenvätern der ersten christlichen
Jahrhunderte konstruiert werden musste um die Identität und die Differenz von Vater, Sohn
und dem heiligen Geist zu versöhnen um so der Gefahr eines neuen Polytheismus zu entge-
hen.
Diese Trennung von Sein und Handeln, verkörpert in Gottvater und Gottessohn, war
der Ausgangspunkt für das Modell des reinen Handelns, das sich vom Sein, vom Ursprung,
getrennt hatte. Und dieses bezugslose Handeln scheint die gegenwärtige Ökonomie zu be-
herrschen und zu lenken. Was diese Intervention mit Kunst zu tun hat ? Ein Zitat von Paul
Klee mag einen Anhaltspunkt für eine Erklärung geben : „Kunst zeigt nicht Sichtbares
sondern macht sichtbar“.
Boris Manner, 2008
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